Herzogenhorn 2016

Von Dreien die auszogen Aikido zu lernen oder die 1. Herzogenhornwoche 2016

Am Sonntag ging es los - wir trafen uns morgens am Berliner Hauptbahnhof, um den ICE nach Freiburg zu besteigen. Die erste Woche des Herzogenhornseminars erwartete uns mit kühlen 7°C und Nebel. Sobald man in Freiburg den Zug verläßt, beginnt das Erholungsgefühl, weil man mit einem Bummelzug in Richtung des höchsten Bahnhofs von Deutschland fährt: Feldberg-Bärental. In diesem Jahr mussten wir bereits früher aussteigen (Titisee) und es ging weiter in einem Linienbus - dabei sahen wir die wunderbare Schwarzwaldlandschaft: endlose Wälder, diverse Berge, Seen. In Feldberg-Bärental angekommen, hat uns der Koch des Herzogenhorns das letzte Stück von der Landstraße kommend abgeholt. Wenn man in den Wald eintaucht, begreift man, weshalb dieser Ort so magisch für eine Woche intensives Aikidotraining ist: er liegt einfach Mitten im Nichts.

Wir bezogen unsere Zimmer und begannen das Seminar mit der Besteigung des Herzogenhorns nach erfolgtem Mattenaufbau. Das eigentliche Seminar begann am Montag mit dem ersten Frühtraining um 10:00 Uhr. Die Spannung stieg für alle gut 60 Teilnehmer aus Deutschland und Benelux. Jede Trainingseinheit selbst war so aufgeteilt, dass Meister Shimizu die erste Stunde unterrichtet und Waka-Sensei Shimizu Kenta die weitere halbe Stunde unterrichtete. Nach dem offiziellen Training bot sich jeweils die Möglichkeit des Gesehene zu vertiefen, sodass man meist noch eine halbe Stunde auf der Matte war.

Nachdem die Abendeinheit um war, bestiegen wir rituell wieder das Herzogenhorn und verkrochen uns in die Betten. Dienstags und donnerstags stand neben dem regulären Training noch eine Früheinheit an. Das Asa-Keiko begann um 6:30 Uhr und war sehr intensiv, sodass wir am Abend froh waren, dass die Sauna exklusiv für uns zur Verfügung stand. Zur Abkühlung konnte man entweder im Schwimmbad seine Runden drehen oder kurz an die frische Luft gehen.

Der Mittwoch bietet mit nur einer Trainingseinheit die Gelegenheit die Umgebung wandern zu erkunden. Wir entschlossen uns für eine Tour zum Titisee. Im Eiscafé am Ufer bestaunten wir die Touristengruppen, die das obligatorische Peacefoto vor der Seekulisse machten und in Touriläden Schnaps oder Schwarzwälder Uhren kauften - interessant, aber nicht unser Ding. Das Wetter besserte sich zusehends und wir konnten erahnen, wie die 37°C in Berlin sich anfühlen. Auf dem Berg waren es bis zu 27°C, aber durch die nächtlichen Gewitter und den stets wehenden Wind war es äußerst erträglich.

Nach dem anstrengenden Training erfreuten wir uns einem kompletten Alpenpanorama vom Herzogenhorn: die österreichischen und schweizerischen Alpen boten ein unglaublich Anblick mit ihren ca. 4000m hohen Bergspitzen. Das Herzogenhorn mit 1415m Höhe wirkt dagegen wie ein Hügel, obwohl man von dort den Blick ins Tal und auf das Bundesleistungszentrum schon als fantastisch empfindet. Nachdem wir die fast traditionelle Aikiken- (Aikidobewegungsprinzipien mit Schwert ausgeführt) und Angriffe mit mehreren Uke-Einheiten absolviert haben, endete der Lehrgang am Freitag mit einer gemeinsamen Party und Beisammensein bis spät in die Nacht.

Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass in diesem Jahr eine ausgezeichnete und entspannte Stimmung war - alle Teilnehmer waren bestrebt den Anfangsgeist nicht zu vergessen und gemeinsam die Schönheit des Tendoryu Aikido zu genießen. Die Kombination aus Meister Shimizus langjähriger Aikidoerfahrung und die Dynamik seines jungen Sohnes hinterließen bei uns Eindruck, den wir versuchen wollen ins tägliche Training zu integrieren: gambatte kudasai. Wir sehen uns wieder Herzogenhorn!

VG Philipp
2016-06-28

Aikido Lehrgang Herzogenhorn Alpen
Blick auf die Alpen vom Herzogenhorn

Aikido Lehrgang Herzogenhorn Gruppenfoto
Gruppenfoto nach dem Lehrgang